Wissenswertes2017-03-01T15:26:37+00:00

EINFACH NUR DRECK oder Algenwuchs?

Algen- und Pilze an Fassaden sind ein wachsendes Problem unserer Zeit.

An Gebäuden sind Algen- und Pilze oftmals schon mit bloßem Auge als farbige Bereiche auf der Ober­fläche zu erkennen – je nach Art grünlich bis bläulich schwarz. aber auch eine Rotfärbung ist meistens auf Algen- und Pilzbewuchs zurückzuführen. Ist die Fassade einmal von kleinsten Sporen befallen. wachsen Algen und Pilze unaufhaltsam schnell bis sie sich auf der gesamten Fassade verteilt haben. Spätestens dann lassen sie auch die schönsten Fassaden unansehnlich wirken.

Risikofaktor Bauphysik

Der Oberputz an gedämmten Fassaden wird wärme­technisch so stark vom Mauerwerk abgekoppelt. dass sich auf ihnen durch nächtliche Abkühlung der Oberfläche (Unterschreitung der Taupunkttemperatur) verstärkt Tauwasser bildet.
Dieses ausgeprägte Feuchtigkeitsbild begünstigt das Algenwachstum! Geringe oder keine Dachüber­stände in Verbindung mit Schlagregen. unter­stützen den Biozidbefall.

MIT DER DÄMMUNG KOMMEN DIE ALGEN!
Ursachen von Algenbewuchs an Fassaden.

Ursachenforschung für die starke Verladung an gedämmten Fassaden

An Versuchsfassaden werden am Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen die Temperaturverläufe gemessen. um die Dauer und Intensität der Tau­wasserbildung zu bestimmen. Die aus diesen Tests gewonnenen Erfahrungen fanden wir so interessant. dass wir die Versuche bei einigen unserer Kunden­fassaden unter Originalbedingungen nachgestellt haben. Das wesentliche Kriterium für das Risiko eines mikrobiellen Bewuchses an wärmegedämmten Fassaden ist die Verfügbarkeit von einer ausreichenden Menge an Feuchtigkeit. Dabei kommt der nächtlichen Betauung eine besondere Bedeutung zu. da nur damit das vermehrte Auftreten des Bewuchses auf der schlagregenarmen Nordseite zu erklären ist.

Tauwasser auf der Fassade

An mehreren Tagen im Februar und März haben wir unsere Kundenfassaden unter die Lupe genommen: So konnten wir in den frühen Morgenstunden von 7:00 bis 11 :00 Uhr eine erhebliche Menge Tauwasser mit einem Papiertuch aufnehmen. An Fassaden ohne Dämmung konnten wir diese Beobachtung allerdings nicht machen. Bei Fassaden mit Dämmung dagegen ist der Oberputz erheblich kälter als beim Putz auf Mauerwerk. Ähnlich wie bei einem Auto­dach. schlägt sich dann auf der kalten Fassade verstärkt Tauwasser nieder.

,,IST NUR DIE DÄMMUNG SCHULD?“
Was sind die Ursachen für einen Befall

Die Ursache für einen Befall ist meist eine Kombination aus örtlichen und bauphysikalischen Cegeben­heiten. Nachfolgend finden Sie ein paar der häufigsten Gründe für Algenwachstum an Fassaden.

Beschattung

Bäume oder Sträucher sorgen durch ihren Schatten­wurf dafür. dass Fassaden an diesen Stellen schlechter auftrocknen können. Blumentöpfe oder Dekogegen­stände sollten wenn möglich nicht direkt an die Fas­sade angrenzend platziert werden.
Die sogenannte Wetterseite ist bei den meisten Gebäuden am stärksten betroffen. da die Sonne an dieser Seite kaum für Wärme sorgt. Die Wetterseite bleibt somit länger feucht als die Übrigen.

Lüftungsverhalten

Kennen Sie diese schwarzen Verfärbungen direkt über den Fenstern? Diese werden durch Dauerkipp­lüftung gefördert. Bleibt das Fenster stets gekippt. strömt warme Luft nach außen und an der Fassade empor. Durch die warme Luft bildet sich direkt über dem Fenster vermehrt Kondenswasser. Durch das erhöhte Feuchteangebot setzen sich Algen und Pilze an diesen Stellen besonders schnell und dicht fest. Meistens handelt es sich hierbei um Schimmelpilze.

Lage des Objekts

Begünstigt wird der Algen- und Pilzbefall. wenn sich in unmittelbarer Umgebung der Fassade Gewässer. Feuchtbiotope. landwirtschaftlich genutzte Flächen. sowie Bäume und Sträucher befinden. Eine Studie. die im Auftrag mehrerer Verbände durchgeführt wurde. belegt eindeutig eine höhere Befallsquote im ländlichen Raum als in städtischen Bereichen. Auch die verbesserte Luftqualität fördert das Wachstum.

Andere Faktoren

Neben den oben beschriebenen Ursachen gibt auch noch zahlreiche andere Faktoren. welche Algenwachs­tum beeinflussen. Dazu zählen unter anderem die bes­sere Luftqualität. die Art der Oberfläche. die Jahres­durchschnittstemperatur oder auch die Sporenver­teilung durch Wind und Wetter.